Quereinstieg in Pforzheim: die Lage 2026
Viele Betriebe in Pforzheim und im Enzkreis können offene Stellen nur schwer besetzen. Für einen Teil dieser Stellen braucht man keine einschlägige Berufsausbildung, und viele Betriebe arbeiten deshalb Quereinsteiger ein.
Wer aus einer anderen Branche kommt oder nach einer längeren Pause wieder einsteigt, hat 2026 also gute Chancen. Hier sind fünf Branchen in Pforzheim, im Enzkreis und im Nordschwarzwald, in denen Quereinsteiger-Jobs gefragt sind, mit dem, was Sie dort verdienen und können sollten.
Was verdienen Quereinsteiger? (Stand: Oktober 2026)
Zwei Zahlen geben Orientierung. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 €. In der Zeitarbeit nach dem DGB/GVP-Tarifwerk liegt die unterste Entgeltgruppe (EG 1, Tätigkeiten nach betrieblicher Einweisung) seit dem 1. September 2026 bei 15,33 € pro Stunde. Wer in der Metall- und Elektroindustrie eingesetzt wird, erhält ab dem ersten Einsatztag zusätzlich 15 % Branchenzuschlag, also mindestens 17,63 €.
Was ein konkreter Betrieb zahlt, hängt von Tätigkeit, Schicht und Tarif ab. Fragen Sie im Gespräch immer nach Entgeltgruppe und Zuschlägen. Die Details erklären wir im Beitrag Tariflohn Zeitarbeit.
Branche 1: Produktion und Fertigung
Metall wird in Pforzheim seit Generationen verarbeitet, vom Schmuck über Präzisionsteile bis zur Feinwerktechnik. Diese Betriebe suchen laufend Hilfskräfte für die Fertigung, und für viele dieser Stellen ist keine abgeschlossene Ausbildung nötig.
Typische Aufgaben sind Maschinenbedienung, Montage, Qualitätsprüfung und Verpackung. Über Zeitarbeit nach GVP-Tarif verdienen Sie ab 15,33 € pro Stunde (EG 1), in Metall- und Elektrobetrieben mit Branchenzuschlag ab 17,63 € (Stand: Oktober 2026). Erwartet werden Schichtbereitschaft, körperliche Belastbarkeit und Grundkenntnisse in Deutsch. Anfangen können Sie oft schon innerhalb einer Woche.
Mehr zur konkreten Tätigkeit erfahren Sie in unserem Ratgeber Produktionshelfer in Pforzheim.
Branche 2: Logistik und Lager
Pforzheim liegt an der A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe, entsprechend viele Lager gibt es hier. Versandhändler, Verteilzentren und Industriebetriebe suchen laufend zusätzliche Mitarbeiter, oft in festen Schichten und mit kurzer Einarbeitung.
Gesucht werden Lagerhelfer, Kommissionierer, Warenkontrolleure und Versandmitarbeiter. Als Helfer verdienen Sie über Zeitarbeit nach GVP-Tarif ab 15,33 € pro Stunde (EG 1, Stand: Oktober 2026). Mit einem Staplerschein kommen Tätigkeiten in einer höheren Entgeltgruppe infrage, den Kurs organisieren wir auf Wunsch. Wer sich im Lager bewährt, kann später als Vorarbeiter oder Schichtführer arbeiten.
Branche 3: Handwerk und Technik
Kleine Handwerksbetriebe finden besonders schwer Nachwuchs. Viele nehmen Quereinsteiger als Helfer auf, lernen sie nach und nach an und bieten später eine Übernahme oder sogar eine Ausbildung an. Gefragt sind zurzeit vor allem:
- Montagehelfer in Elektro und Sanitär/Heizung/Klima, die bei Installation und Montage zuarbeiten
- Helfer im Kfz-Bereich für Lager, Fahrzeugaufbereitung und einfache Lackier-Vorarbeiten
Was Sie verdienen, hängt von Betrieb und Tarif ab. Über Zeitarbeit nach GVP-Tarif sind es nie weniger als 15,33 € pro Stunde (EG 1, Stand: Oktober 2026).
Hinweis: In Betriebe des Baugewerbes ist Arbeitnehmerüberlassung für Arbeitertätigkeiten gesetzlich weitgehend ausgeschlossen (§ 1b AÜG). Bauhelfer werden deshalb in der Regel direkt vom Baubetrieb eingestellt.
Wer technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringt, kann hier innerhalb weniger Monate spürbare Fortschritte machen und langfristig ein solides Einkommen aufbauen.
Branche 4: Pflege und Gesundheit
Auch wenn die Pflege nicht zum Kerngeschäft eines klassischen Personaldienstleisters für Industrie und Logistik gehört, zeigt diese Branche, wie vielfältig der Pforzheimer Arbeitsmarkt ist. Quereinsteiger werden hier als Pflegehelfer, Servicekräfte oder Hauswirtschaftskräfte gesucht. Je nach Arbeitgeber werden ein Basiskurs in der Pflegehilfe und ein einwandfreies Führungszeugnis erwartet.
In der Pflege gilt ein eigener Pflegemindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegt. Wie hoch er ist, hängt von der Qualifikationsstufe ab. Wer dabeibleiben möchte, kann die staatlich anerkannte Pflegeausbildung auch berufsbegleitend machen.
Branche 5: Kundenservice und Administration
Wer lieber im Büro arbeitet als in Halle oder Werkstatt, kann auch kaufmännisch einsteigen. Telefonzentrale, Empfang, einfache Sachbearbeitung und Datenpflege sind typische Aufgaben für Quereinsteiger, die gut organisiert sind und sicher Deutsch sprechen. Grundkenntnisse in Word und Excel werden meist erwartet. Dafür gibt es feste Arbeitszeiten ohne Schicht.
Über Zeitarbeit nach GVP-Tarif verdienen Sie mindestens 15,33 € pro Stunde (EG 1, Stand: Oktober 2026), mit kaufmännischer Ausbildung entsprechend mehr.
Der Quereinstieg in fünf Schritten
- Überlegen Sie ehrlich, was Sie können und was Sie auf keinen Fall (mehr) machen wollen.
- Schreiben Sie in den Lebenslauf, was Sie in jedem Job brauchen können: Schichterfahrung, Führerschein, Sprachen, Umgang mit Kunden. Mehr dazu in den Bewerbungstipps Zeitarbeit.
- Sprechen Sie mit einem Personaldienstleister aus der Region. Wir wissen, welche Betriebe Quereinsteiger tatsächlich einarbeiten.
- Steigen Sie über Zeitarbeit ein. Beide Seiten können sich so kennenlernen, und daraus kann eine Festanstellung werden.
- Planen Sie gleich eine erste Zusatzqualifikation ein, zum Beispiel Staplerschein, Schweißerpass oder einen Office-Kurs.
Praxis-Tipp: Immer wieder werden Quereinsteiger, die wir in einen Einsatz gebracht haben, später vom Einsatzbetrieb fest übernommen. Garantieren kann das niemand. Zeitarbeit ist aber ein seriöser Weg, eine neue Branche von innen kennenzulernen.
Ihr nächster Schritt
Unsere offenen Stellen in Pforzheim und im Enzkreis stehen in der Jobbörse. Wenn Sie erst einmal reden wollen, rufen Sie an unter 07231 6039493 oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Im Gespräch finden wir heraus, welche Branche zu Ihnen passt.
Quellen
- Bundesregierung: Mindestlohn steigt auf 13,90 € (2026) und 14,60 € (2027)
- DGB/GVP Entgelttarifvertrag mit den Entgelttabellen ab 1. Januar 2026 (PDF beim DGB)
- DGB/GVP Entgeltrahmentarifvertrag mit den Tätigkeitsmerkmalen der Entgeltgruppen (PDF beim DGB)
- Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME, PDF)
- § 1b AÜG: Einschränkungen im Baugewerbe (Gesetze im Internet)
Vereinfachte Darstellung, keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

