Ihre Rechte in der Zeitarbeit
Für Zeitarbeitnehmer gelten das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und die Tarifverträge der Branche. Sie haben dieselben grundlegenden Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland. Hier stehen die Fragen, die uns Zeitarbeitnehmer am häufigsten stellen, mit den Antworten. Wie Zeitarbeit insgesamt funktioniert, erklärt unser Hauptbeitrag Zeitarbeit einfach erklärt.
Ihr Arbeitgeber ist der Personaldienstleister. Das Kundenunternehmen, in dem Sie arbeiten, ist es nicht. Ihre Rechte und Pflichten stehen im Arbeitsvertrag mit dem Personaldienstleister.
Was bedeutet Equal Pay?
Equal Pay heißt gleiche Bezahlung. Nach dem Gesetz gilt:
- Nach spätestens 9 Monaten im selben Einsatzbetrieb haben Sie grundsätzlich Anspruch auf das gleiche Entgelt wie vergleichbare Stammmitarbeiter.
- Gilt ein Branchenzuschlagstarifvertrag, kann sich diese Frist auf bis zu 15 Monate verlängern (§ 8 Abs. 4 AÜG).
- Bis dahin erhöhen Branchenzuschläge Ihren Lohn stufenweise während des laufenden Einsatzes.
Wie viel Urlaub und Urlaubsgeld bekomme ich?
Gesetzlich stehen Ihnen mindestens 24 Werktage Urlaub bei einer 6-Tage-Woche zu. Bei der PersoFlex GmbH gilt das DGB/GVP-Tarifwerk, und danach bekommen Sie:
- 25 bis 30 Arbeitstage Urlaub im Jahr, je nach Betriebszugehörigkeit
- Urlaubsgeld nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit, mit der Abrechnung für Juni
- Weihnachtsgeld nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit, mit der Abrechnung für November
- Branchenzuschläge, wenn Sie in einer Branche mit Zuschlagstarifvertrag eingesetzt sind
Wann Sie Urlaub nehmen, stimmen Personaldienstleister und Einsatzbetrieb miteinander ab.
Was passiert in einsatzfreien Zeiten?
Auch zwischen zwei Einsätzen bekommen Sie Ihren Lohn, denn Ihr Arbeitsvertrag läuft mit dem Personaldienstleister und nicht mit dem Kundenunternehmen. Das Risiko einsatzfreier Zeiten trägt nach § 11 Abs. 4 AÜG der Personaldienstleister. Überstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto erfasst und später ausgeglichen. Wenn Sie krank sind, gilt die normale Entgeltfortzahlung.
Welcher Kündigungsschutz gilt für mich?
Für Sie gilt derselbe gesetzliche Kündigungsschutz wie für alle anderen Arbeitnehmer. Das Ende eines Einsatzes ist kein automatischer Kündigungsgrund.
- Nach dem GVP-Manteltarifvertrag beträgt die Kündigungsfrist in den ersten drei Monaten eine Woche und bis zum Ende des sechsten Monats zwei Wochen. Danach gelten die gesetzlichen Fristen nach § 622 BGB.
- Nach 6 Monaten greift der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, sofern der Personaldienstleister mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt.
Wie lange darf ich beim selben Kunden eingesetzt werden?
Die gesetzliche Höchstüberlassungsdauer beträgt grundsätzlich 18 Monate. Eine andere Höchstdauer ist nur möglich, wenn ein Tarifvertrag der Einsatzbranche sie festlegt oder eine darauf gestützte Betriebs- oder Dienstvereinbarung im Einsatzbetrieb gilt (§ 1 Abs. 1b AÜG). Ob ein Einsatz länger als 18 Monate dauern darf, hängt also von der Branche des Einsatzbetriebs ab. Liegen zwischen zwei Einsätzen im selben Betrieb mehr als drei Monate, beginnt die Frist neu.
Weitere Rechte im Einsatzbetrieb
- Sie dürfen Kantine, Pausenräume und andere Gemeinschaftseinrichtungen des Einsatzbetriebs nutzen.
- Der Entleiher muss Sie über freie Stellen in seinem Betrieb informieren (§ 13a AÜG).
- Für Sie gelten dieselben Arbeitsschutzregeln wie für die Stammbelegschaft.
- Viele Personaldienstleister bieten Weiterbildungen an, die Sie nichts kosten.
Fragen zu Ihren Rechten
Wir sind Mitglied im GVP (Gesamtverband der Personaldienstleister) und zahlen nach dem DGB/GVP-Tarifwerk. Wenn Sie wissen wollen, was in Ihrem Fall gilt, rufen Sie uns an unter 07231 6039493, Mo bis Do 08:00 bis 17:00 Uhr, Fr 08:00 bis 16:00 Uhr, oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht. Wie die Bewerbung bei uns abläuft, steht auf der Seite Für Bewerber.
Quellen
- § 1 AÜG: Erlaubnispflicht und Höchstüberlassungsdauer (Gesetze im Internet)
- § 8 AÜG: Grundsatz der Gleichstellung, Equal Pay (Gesetze im Internet)
- § 11 AÜG: Vergütung auch in einsatzfreien Zeiten, Abs. 4 (Gesetze im Internet)
- § 13a AÜG: Information über freie Arbeitsplätze im Einsatzbetrieb (Gesetze im Internet)
- DGB/GVP Manteltarifvertrag zu Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen, Zuschlägen und Kündigung (PDF beim DGB)
- § 622 BGB: Gesetzliche Kündigungsfristen (Gesetze im Internet)
- § 23 KSchG: Geltungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes (Gesetze im Internet)
Vereinfachte Darstellung, keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.

